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In einer ECHO-Serie vom 27. Juli 2011 schreibt Matthias Voigt für das "Darmstädter Echo":
High Noon am Bratwurst-Grill
Von 12 bis 13 Uhr: Im Bistro "Matthäus" im Griesheimer Gewerbegebiet am Nordring stillen Angestellte ihren Hunger
GRIESHEIM. Punkt zwölf am Griesheimer Nordring.
Die Scheibe an der Ausgabe ist beschlagen, dahinter dampft das Rotkraut. Ingo Matthäus greift von der Ablage einen Teller, portioniert das Kraut darauf, pickt noch drei Scheiben Rinderbraten hinzu, schließlich drei Semmelknödel – fertig ist eines der beiden Stammgerichte an diesem Donnerstag im "Truck Stop Matthäus" im Griesheimer Gewerbegebiet am Nordring. Der Neunundzwanzigjährige stellt den Teller auf die Ablage und greift schon nach dem nächsten.
Seine Partnerin Melanie Bergemann nimmt im Vorbeigehen das vorbereitete Essen auf, geht aus dem Küchenbereich in den Gastraum, vorbei an drei Tischen und dem Eingang, bis vor die gegenüberliegende Wand, wo sie die beiden Teller mit den Stammessen auf dem runden Tisch abstellt. In der Mitte der Tischplatte steht ein rechteckiges Schild, darauf ist in roten Lettern "Seniorenstammtisch" geschrieben. Drumherum sitzen fünf Griesheimer, ein Wolfskehler Landwirt ist geduldet. In den Händen ein Glas Wein, für manchen Bier, Cola ist auch dabei.
Seit gut zehn Jahren besteht der Stammtisch im Bistro "Matthäus" am Nordring, und wie bei jedem Stammtisch wird auch hier über das lokale Geschehen bis zur Weltpolitik debattiert. Manchmal redet man sich die Köpfe heiß, meistens wird laut und oft gelacht am runden Tisch.
"Zur Hälfte wird über Fußball geredet", sagt Dauergast Erwin Erb, selbst seit über 50 Jahren Pressewart der Griesheimer Viktoria. Wer wohl den Verein wechseln wird, egal ob Verbands- oder Bundesliga, wer der beste Stürmer ist und wer zu viel oder zu wenig Geld verdient – zu diesen Themen gibt es hier meist nicht nur eine Meinung.
Erwins Sitznachbar beugt sich nach vorne: "Manchmal gibt's hier Ochsenbrust, dann ist die Hütte voll." Ihm scheint aber auch der heutige Rinderbraten mit dem Rotkraut und den Semmelknödeln zu schmecken. Das Rotkraut dampft nicht lange, dann ist es auch schon vom Teller verschwunden.
Der Gastraum ist gut besucht. Mitarbeiter aus den umliegenden Unternehmen haben Platz genommen. "Die meisten unserer Kunden sind Stammgäste", sagt Ingo Matthäus. Fünf Angestellte einer Umzugsfirma sitzen am vorderen Tisch, das Logo des Unternehmens prangt auf den Pullovern. Ihre Messer schneiden Leberkäs und Spiegelei, dazu bohren sich die Gabeln in Bratkartoffeln. Currywurst und Pommes rot-weiß steht auch hoch im Kurs. Fehlt etwas am Tisch, reicht ein kurzes Rufen in Richtung Theke. "Melanie, machste mir noch 'n Cheeseburger?" Die schaut kurz auf und nickt.
Derweil überprüft Ingo Matthäus mit einem Messgerät die Temperatur der Bratwürste, die er gerade auf den Grill gelegt hat. Es brutzelt und zischt. Neben den Würsten liegen Frikadellen und zwei Schnitzel, die er mit schnellen Handbewegung wendet. Melanie läuft hinter seinem Rücken vorbei und füllt die Kaffeekanne auf.
Eine Küchenhilfe steht nun auch noch hinter der Theke, ihre Wege kreuzen sich. Die beiden Frauen stehen sich einen kurzen Moment gegenüber – High Noon am Bratwurst-Grill. Die Zeit drängt, denn zeitgleich mit den Bestellungen der Gäste müssen auch 16 Stammessen für einen Griesheimer Spargelhof abholbereit gemacht werden.
Die Essenspackungen werden mit Alufolie verschweißt, eine nach der anderen. "Die Stammessen gehen am besten", sagt Ingo Matthäus, der möglicherweise den Betrieb in den nächsten Jahren von seinem Vater übernehmen wird. Normalerweise spürt man auch hier das Sommerloch, wenn viele Griesheimer in Urlaub gefahren sind. Aber in diesem Jahr ist er mit dem Absatz im Juni und Juli zufrieden. Wohl auch deshalb, weil ein fester Personenkreis fast täglich von der nahen Baustelle des neuen Seniorenheims am alten Bahnhof in seiner Gaststätte vorbeischaut.
Doch zum Reden bleibt keine Zeit. Die Pommes müssen aus dem heißen Fett der Fritteuse geholt und gesalzen werden, die Würste haben schon eine gute Weile weitergebrutzelt, drei Kunden stehen an der Kasse zum Bezahlen bereit. Es ist kurz vor 13 Uhr, und die Stoßzeit zu Mittag ist noch lange nicht zu Ende.
Quelle: Darmstädter Echo vom 27. Juli 2011 |
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| Bistro & Partyservice Matthäus * Raiffeisenstrasse 16 * D-64347 Griesheim |
www.matthaeus-partyservice.de
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